Stand: 2. November 2026
Eigenmietwert-Abschaffung in Brugg
Was der Wegfall des Eigenmietwerts ab dem Steuerjahr 2029 für Wohneigentümerinnen und Wohneigentümer in Brugg bedeutet – Kanton Aargau, 15’317 Einwohnerinnen und Einwohner: drei Beispielhaushalte, der Vergleich mit Aarau und dem Kantonsmittel sowie die Steuerersparnis einer Renovation bis Ende 2028.
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Das Wichtigste für Brugg in Kürze
- Pensioniertes Paar mit kleiner Hypothek: ab 2029 rund CHF 3’500 weniger Steuern pro Jahr – die Ersparnis ist kleiner als im Schweizer Durchschnitt (rund CHF 3’900).
- Familie mit einer Hypothek von CHF 650’000: bei 1,8 % Zins rund CHF 1’300 weniger Steuern, bei 3 % Zins rund CHF 400 mehr.
- Renovation von CHF 50’000 bis Ende 2028: rund CHF 9’400 weniger Steuern, ab 2029 keine Ersparnis mehr.
Alle Zahlen sind Modellrechnungen mit angenommenen Werten, keine Steuerberatung.
Drei Beispielhaushalte in Brugg
Alle drei Haushalte sind verheiratet, haben heute ein steuerbares Einkommen von CHF 110’000 und zahlen keine Kirchensteuer. Gerechnet ist die Einkommenssteuer von Bund, Kanton und Gemeinde Brugg mit den Tarifen 2026. Für den Unterhalt gilt die Pauschale von 20 % des Eigenmietwerts. A ist ein pensioniertes Paar, B eine Familie mit grosser Hypothek, C dieselbe Familie, falls der Hypothekarzins auf 3 % steigt.
| Beispielhaushalt | A: Pensioniertes Paar | B: Familie | C: Familie, Zins 3 % |
|---|---|---|---|
| Eigenmietwert | CHF 24’000 | CHF 22’000 | CHF 22’000 |
| Hypothek | CHF 150’000 | CHF 650’000 | CHF 650’000 |
| Hypothekarzins | 1,8 % | 1,8 % | 3,0 % |
| Hypothekarzinsen pro Jahr | − CHF 2’700 | − CHF 11’700 | − CHF 19’500 |
| Unterhalt (Pauschale 20 %) | − CHF 4’800 | − CHF 4’400 | − CHF 4’400 |
| Heute zusätzlich versteuert | CHF 16’500 | CHF 5’900 | − CHF 1’900 (Abzug) |
| Einkommenssteuer bis 2028 | rund CHF 13’500 | rund CHF 13’500 | rund CHF 13’500 |
| Einkommenssteuer ab 2029 | rund CHF 10’000 | rund CHF 12’200 | rund CHF 14’000 |
| Ab 2029 pro Jahr | rund CHF 3’500 weniger | rund CHF 1’300 weniger | rund CHF 400 mehr |
A: Das Paar versteuert heute CHF 16’500 mehr, als es für Zinsen und Unterhalt abziehen kann. Dieser Betrag fällt ab 2029 weg; in Brugg sind das rund CHF 3’500 weniger Steuern pro Jahr. Pro CHF 1’000 höheren Eigenmietwert wächst der Vorteil hier um rund CHF 160.
B und C: Bei 1,8 % Zins sind Zinsen und Unterhalt der Familie zusammen etwas kleiner als der Eigenmietwert, sie zahlt ab 2029 rund CHF 1’300 weniger. Steigt der Zins auf 3 %, kehrt sich das um: Die Abzüge sind dann grösser als der Eigenmietwert und fallen weg – sie zahlt rund CHF 400 mehr als im alten System. Die Grenze liegt bei rund 2,7 % Zins.
Der Grenzsteuersatz liegt in diesem Modell für Brugg bei rund 23 %: Von jedem Franken, der zusätzlich versteuert oder abgezogen wird, gehen rund 23 Rappen an Bund, Kanton und Gemeinde. Die Einkommenssteuer bis 2028 beträgt bei CHF 110’000 rund CHF 13’500.
Brugg im Vergleich
| Ort | A: Paar | C: Familie, 3 % | Renovation CHF 50’000 | Grenzsteuersatz |
|---|---|---|---|---|
| Brugg | − CHF 3’500 | + CHF 400 | CHF 9’400 | 23 % |
| Aarau (Hauptort) | − CHF 3’500 | + CHF 400 | CHF 9’400 | 23 % |
| Kanton Aargau (Mittel) | − CHF 3’600 | + CHF 400 | CHF 9’700 | 23 % |
| Schweiz (Mittel) | − CHF 3’900 | + CHF 500 | CHF 10’800 | – |
Veränderung der Einkommenssteuer pro Jahr ab 2029 (minus = weniger Steuern). Kantons- und Schweizer Mittel: Durchschnitt aller Gemeinden, gewichtet nach Einwohnern.
Das pensionierte Paar spart in Brugg etwa gleich viel wie im Kantonshauptort Aarau und rund CHF 100 weniger als im Durchschnitt des Kantons. Unter allen 2’110 Gemeinden der Schweiz liegt Brugg beim pensionierten Paar auf Rang 1’760 (Rang 1 = grösste Ersparnis), im Kanton Aargau auf Rang 155 von 196. Damit liegt die Gemeinde im unteren Drittel. Bei der Familie mit 3 % Zins steht Brugg auf Rang 1’666 der grössten Mehrbelastung – die Reihenfolge ist fast dieselbe, weil beide Ergebnisse vom gleichen Steuerfuss abhängen.
Renovation bis Ende 2028
Werterhaltende Arbeiten wie Dach, Fenster, Heizung, Fassade oder Bad sind bis und mit Steuerjahr 2028 abziehbar. Im Modell spart eine Renovation von CHF 50’000 in Brugg rund CHF 9’400 Steuern, wenn sie in einem Jahr abgerechnet wird (Kanton Aargau im Mittel: rund CHF 9’700). Ab 2029 bringt dieselbe Arbeit bei selbst bewohntem Eigentum keine Steuerersparnis mehr. Mehr dazu: Renovieren vor 2029 und Renovationen auf 2026–2028 verteilen.
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Häufige Fragen
Gewinnen Eigentümer in Brugg durch die Abschaffung des Eigenmietwerts?
Das hängt vor allem von der Hypothek und vom Zins ab. In unserer Modellrechnung für Brugg (verheiratet, steuerbares Einkommen CHF 110’000) zahlt ein pensioniertes Paar mit Eigenmietwert CHF 24’000 und Hypothek CHF 150’000 ab 2029 rund CHF 3’500 weniger Steuern pro Jahr. Eine Familie mit Eigenmietwert CHF 22’000 und Hypothek CHF 650’000 zahlt bei 1,8 % Zins rund CHF 1’300 weniger, bei 3 % Zins dagegen rund CHF 400 mehr.
Spart man in Brugg mehr als in Aarau?
Im Modell spart das pensionierte Paar in Brugg rund CHF 3’500 weniger Steuern pro Jahr, in Aarau rund CHF 3’500 weniger. Das sind etwa gleich viel wie in Aarau. Die Steuerbelastung ist in beiden Gemeinden ähnlich.
Wie viel Steuern spart eine Renovation vor 2029 in Brugg?
Im Modell (verheiratet, steuerbares Einkommen CHF 110’000) spart eine werterhaltende Renovation von CHF 50’000, abgerechnet bis Ende 2028, in Brugg rund CHF 9’400 Steuern. Ab 2029 ist dieselbe Arbeit bei selbst bewohntem Eigentum nicht mehr abziehbar.
Ab welchem Hypothekarzins verliert man in Brugg?
Ob jemand gewinnt oder verliert, hängt nicht von der Gemeinde ab, sondern vom Verhältnis zwischen Eigenmietwert und den heutigen Abzügen. Die Familie im Beispiel verliert ab einem Zins von rund 2,7 % – in Brugg genauso wie überall. Die Gemeinde bestimmt, wie viele Franken es sind.
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- Kanton Aargau: Stand der Umsetzung und Beispiele für Aarau
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So ist gerechnet
Modellrechnung, keine Steuerberatung. Steuertarife 2026, abgeleitet aus dem Steuerrechner der Eidgenössischen Steuerverwaltung (ESTV) für die Gemeinde Brugg; die ESTV ist an diesem Angebot nicht beteiligt. Berücksichtigt ist die Einkommenssteuer von Bund, Kanton und Gemeinde, ohne Kirchensteuer, Vermögenssteuer und Ersterwerber-Abzug. Die Unterhaltspauschale von 20 % entspricht der Bundesregel für Gebäude, die älter als zehn Jahre sind; einzelne Kantone wenden andere Sätze an. Beträge auf CHF 100 gerundet; die Ränge beruhen auf Beträgen, die auf CHF 10 gerundet sind (gleicher Betrag = gleicher Rang). Einwohner: ständige Wohnbevölkerung am 31.12.2025 (BFS, STATPOP), Gemeindestand 1.1.2026. Ihre eigenen Zahlen können stark abweichen.