Eigenmietwert-Check

Stand: 2. November 2026

Eigenmietwert-Abschaffung in Chur

Was der Wegfall des Eigenmietwerts ab dem Steuerjahr 2029 für Wohneigentümerinnen und Wohneigentümer in Chur bedeutet – Kanton Graubünden, 39’753 Einwohnerinnen und Einwohner: drei Beispielhaushalte, der Vergleich mit dem Kantonsmittel und der zweitgrössten Gemeinde sowie die Steuerersparnis einer Renovation bis Ende 2028.

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Das Wichtigste für Chur in Kürze

Alle Zahlen sind Modellrechnungen mit angenommenen Werten, keine Steuerberatung.

Drei Beispielhaushalte in Chur

Alle drei Haushalte sind verheiratet, haben heute ein steuerbares Einkommen von CHF 110’000 und zahlen keine Kirchensteuer. Gerechnet ist die Einkommenssteuer von Bund, Kanton und Gemeinde Chur mit den Tarifen 2026. Für den Unterhalt gilt die Pauschale von 20 % des Eigenmietwerts. A ist ein pensioniertes Paar, B eine Familie mit grosser Hypothek, C dieselbe Familie, falls der Hypothekarzins auf 3 % steigt.

BeispielhaushaltA: Pensioniertes PaarB: FamilieC: Familie, Zins 3 %
EigenmietwertCHF 24’000CHF 22’000CHF 22’000
HypothekCHF 150’000CHF 650’000CHF 650’000
Hypothekarzins1,8 %1,8 %3,0 %
Hypothekarzinsen pro Jahr− CHF 2’700− CHF 11’700− CHF 19’500
Unterhalt (Pauschale 20 %)− CHF 4’800− CHF 4’400− CHF 4’400
Heute zusätzlich versteuertCHF 16’500CHF 5’900− CHF 1’900 (Abzug)
Einkommenssteuer bis 2028rund CHF 14’400rund CHF 14’400rund CHF 14’400
Einkommenssteuer ab 2029rund CHF 10’500rund CHF 13’000rund CHF 14’900
Ab 2029 pro Jahrrund CHF 3’900 wenigerrund CHF 1’400 wenigerrund CHF 500 mehr

A: Das Paar versteuert heute CHF 16’500 mehr, als es für Zinsen und Unterhalt abziehen kann. Dieser Betrag fällt ab 2029 weg; in Chur sind das rund CHF 3’900 weniger Steuern pro Jahr. Pro CHF 1’000 höheren Eigenmietwert wächst der Vorteil hier um rund CHF 180.

B und C: Bei 1,8 % Zins sind Zinsen und Unterhalt der Familie zusammen etwas kleiner als der Eigenmietwert, sie zahlt ab 2029 rund CHF 1’400 weniger. Steigt der Zins auf 3 %, kehrt sich das um: Die Abzüge sind dann grösser als der Eigenmietwert und fallen weg – sie zahlt rund CHF 500 mehr als im alten System. Die Grenze liegt bei rund 2,7 % Zins.

Der Grenzsteuersatz liegt in diesem Modell für Chur bei rund 24 %: Von jedem Franken, der zusätzlich versteuert oder abgezogen wird, gehen rund 24 Rappen an Bund, Kanton und Gemeinde. Die Einkommenssteuer bis 2028 beträgt bei CHF 110’000 rund CHF 14’400.

Chur im Vergleich

OrtA: PaarC: Familie, 3 %Renovation CHF 50’000Grenzsteuersatz
Chur− CHF 3’900+ CHF 500CHF 10’70024 %
Davos− CHF 4’000+ CHF 500CHF 11’00025 %
Kanton Graubünden (Mittel)− CHF 3’900+ CHF 500CHF 10’70024 %
Schweiz (Mittel)− CHF 3’900+ CHF 500CHF 10’800–

Veränderung der Einkommenssteuer pro Jahr ab 2029 (minus = weniger Steuern). Kantons- und Schweizer Mittel: Durchschnitt aller Gemeinden, gewichtet nach Einwohnern.

Chur ist Hauptort des Kantons Graubünden. Das pensionierte Paar spart hier etwa gleich viel wie im Durchschnitt des Kantons und rund CHF 100 weniger als in Davos, der zweitgrössten Gemeinde des Kantons. Unter allen 2’110 Gemeinden der Schweiz liegt Chur beim pensionierten Paar auf Rang 1’341 (Rang 1 = grösste Ersparnis), im Kanton Graubünden auf Rang 55 von 100. Damit liegt die Gemeinde im Mittelfeld. Bei der Familie mit 3 % Zins steht Chur auf Rang 1’352 der grössten Mehrbelastung – die Reihenfolge ist fast dieselbe, weil beide Ergebnisse vom gleichen Steuerfuss abhängen.

Renovation bis Ende 2028

Werterhaltende Arbeiten wie Dach, Fenster, Heizung, Fassade oder Bad sind bis und mit Steuerjahr 2028 abziehbar. Im Modell spart eine Renovation von CHF 50’000 in Chur rund CHF 10’700 Steuern, wenn sie in einem Jahr abgerechnet wird (Kanton Graubünden im Mittel: rund CHF 10’700). Ab 2029 bringt dieselbe Arbeit bei selbst bewohntem Eigentum keine Steuerersparnis mehr. Mehr dazu: Renovieren vor 2029 und Renovationen auf 2026–2028 verteilen.

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Häufige Fragen

Gewinnen Eigentümer in Chur durch die Abschaffung des Eigenmietwerts?

Das hängt vor allem von der Hypothek und vom Zins ab. In unserer Modellrechnung für Chur (verheiratet, steuerbares Einkommen CHF 110’000) zahlt ein pensioniertes Paar mit Eigenmietwert CHF 24’000 und Hypothek CHF 150’000 ab 2029 rund CHF 3’900 weniger Steuern pro Jahr. Eine Familie mit Eigenmietwert CHF 22’000 und Hypothek CHF 650’000 zahlt bei 1,8 % Zins rund CHF 1’400 weniger, bei 3 % Zins dagegen rund CHF 500 mehr.

Spart man in Chur mehr als im übrigen Kanton Graubünden?

Im Modell spart das pensionierte Paar in Chur rund CHF 3’900 weniger Steuern pro Jahr, im Durchschnitt aller 100 Gemeinden des Kantons rund CHF 3’900 weniger. Unter den Gemeinden des Kantons liegt Chur auf Rang 55 von 100.

Wie viel Steuern spart eine Renovation vor 2029 in Chur?

Im Modell (verheiratet, steuerbares Einkommen CHF 110’000) spart eine werterhaltende Renovation von CHF 50’000, abgerechnet bis Ende 2028, in Chur rund CHF 10’700 Steuern. Ab 2029 ist dieselbe Arbeit bei selbst bewohntem Eigentum nicht mehr abziehbar.

Ab welchem Hypothekarzins verliert man in Chur?

Ob jemand gewinnt oder verliert, hängt nicht von der Gemeinde ab, sondern vom Verhältnis zwischen Eigenmietwert und den heutigen Abzügen. Die Familie im Beispiel verliert ab einem Zins von rund 2,7 % – in Chur genauso wie überall. Die Gemeinde bestimmt, wie viele Franken es sind.

Weitere Gemeinden im Kanton Graubünden

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So ist gerechnet

Modellrechnung, keine Steuerberatung. Steuertarife 2026, abgeleitet aus dem Steuerrechner der Eidgenössischen Steuerverwaltung (ESTV) für die Gemeinde Chur; die ESTV ist an diesem Angebot nicht beteiligt. Berücksichtigt ist die Einkommenssteuer von Bund, Kanton und Gemeinde, ohne Kirchensteuer, Vermögenssteuer und Ersterwerber-Abzug. Die Unterhaltspauschale von 20 % entspricht der Bundesregel für Gebäude, die älter als zehn Jahre sind; einzelne Kantone wenden andere Sätze an. Beträge auf CHF 100 gerundet; die Ränge beruhen auf Beträgen, die auf CHF 10 gerundet sind (gleicher Betrag = gleicher Rang). Einwohner: ständige Wohnbevölkerung am 31.12.2025 (BFS, STATPOP), Gemeindestand 1.1.2026. Ihre eigenen Zahlen können stark abweichen.

Quellen